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Animismus

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Der Doppeleintrag befindet sich unter: Animismus (Philosophie) -- Zinnmann Animismus Beschreibung 20:59, 15. Aug 2004 (CEST)


Als Animismus (von lat. Anima = Seele, Atem) bezeichnet man in dem allgemeinen ein schriftloses Religionssystem (auch Naturreligion), das davon ausgeht, personifizierte, übernatürliche Wesen (Geister oder Seelen) bewohnten natürliche Körper oder gewöhnliche Gegenstände und bestimmten deren Existenz.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Der Mensch auf der Suche nach Identität: Kulturanthropologische Studien über Totemismus, Mythos, Religion Die Beschreibung für das Buch "Der Mensch auf der Suche nach Identität: Kulturanthropologische Studien über Totemismus, Mythos, Religion" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem...

Kategorien und Ausprägungen

Magie und Göttlichkeit wird insbesondere für folgende Bereiche gesehen:

Die Attribute der einzelnen Götter reichen von launisch über gewaltbereit bis hin zumütig, duldsam, schöpfend und bewahrend.

Die obige Aufstellung macht auch diverse regionale Tendenzen zur Personifizierung der Naturgewalten deutlich, welche dahingehend motiviert ist die dahinterstehenden Kräfte als kommunikationsfähige Intelligenz zu sehen und mit ihr in Kontakt zu treten um deren Verhalten zu beeinflussen.

Viele Gottheiten werden in Verbindung mit Naturgewalten gebracht, wobei jedoch scharf zwischen eigenständigen, beseelten Naturgewalten und von Gottheiten ca. mittelbar benutzten Naturgewalten unterschieden werden sollte. Beispiele für mittelbare Nutzung von Gewalten:

  • Jahwe vernichtet die die Welt in der Sintflut aber verschont Noach und seine Arche
  • Jahwe vernichtet die Städte Sodom und Gomorrha mit Feuer vom Himmel
  • dem griechischen Gott Zeus wird zugeschrieben mit seinen Händen Blitze schleudern zu können
  • dem germanischen Gott Thor wird zugeschrieben mit seinem Hammer Mjölnir Blitze schleudern zu können

Zusätzlich gibt es noch diverse göttliche Zwischen-Wesen (zum Beispiel in dem christlichen), die ebenso gewissen Naturkräften zugeordnet sind:

  • Engel werden typischerweise als Licht Gestalten des Himmels beschrieben
  • der Teufel oder Satan, der als gefallener Engel und Pendant zu Gott in dem Himmel nun als Feuer-Gott in den Tiefen der Erde, seiner Hölle haust und versucht die Seelen der Menschen zu ergaunern. (Das Teufels-Bild hat viele Wendungen erfahren, insbesondere in der Christianisierung der Germanen, wo der Germanen-Himmel mit seiner typischen angenehmen Wärme zur verbrennenden Hölle umgedeutet wurde.) Höllen-Feuer werden typischerweise mit Vulkanen in Verbindung gebracht, historisch mit denen des Mittelmeer-Raumes aber auch derjenigen der nordischen Hemisphäre.

Dabei können diese mit zahlreichen Mächten ausgestatteten Übergötter durchaus als Herren und Befehlshaber der eigentlichen Naturgötter gesehen werden. Tritt die Tendenz zu dem Monotheismus auf, so werden die Naturgewalten meist von Göttlichkeit freigestellt und ca. noch als Herrschafts-, Macht- und somit Wirkungs-Bereich der einen Gottheit gesehen. Im Christentum der Neuzeit treten dafür Heilige als Gottesvertreter auf, die meist als Mittler für bestimmte Themenbereiche (von Medizin über Haus-Götter bis hin zu Naturgewalten) von Bitt-Anliegen gegenüber dem Gottes-Vater auftreten. Man kann die Heiligen somit als ähnlich geartetes, aber nicht wesensgleiches Konstrukt zur Themengebundenen Personifizierung von den zuvor über individueller, direkter Gottheiten verehrten Naturkräften sehen.

Buch-Tipp: Die Lebenskräfte des Evangeliums. Missionserfahrungen innerhalb des animistischen Heidentums Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Die Lebenskräfte des Evangeliums. Missionserfahrungen innerhalb des animistischen Heidentums". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Animismus und die Weltreligionen

Zwischen animistischen Religionen und den "großen" Weltreligionen bestehen einige Parallelen:

  • Der Glaube an eine übernatürliche oder geistliche Kraft neben der physischen Welt
  • Die Existenz von Gebeten und Riten zur Kontaktaufnahme mit dieser
  • Die Existenz von heiligen Stätten, wie Tempel oder Wallfahrtsorte
  • Hier wie dort existieren häufig Priester, Schamanen oder Medizinmänner als Bindeglied zwischen Mensch und übernatürlichem (Geisterwelt, Götterwelt)

Häufig verbinden sich animistische mit anderen religiösen Glaubenssystemen zu synkretistischen Religionen. Beispiel dafür ist Candomblé, die vorherrschende Religion in einigen Gebieten Brasiliens, oder der Santeria-Kult auf Kuba. Hier verschmelzen katholische Heilige mit alten afrikanischen Göttern . Siehe auch: Voodoo

Buch-Tipp: Die Rolle des Animismus bei der Vermittlung chemischer Sachverhalte: Eine Interventionsstudie am teutolab der Universität Bielefeld Das Buch "Die Rolle des Animismus bei der Vermittlung chemischer Sachverhalte: Eine Interventionsstudie am teutolab der Universität Bielefeld" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden...

Animismus in der Religionstheorie

Animismus ist auch der Name einer Theorie der Religion des Anthropologen Sir Edward Burnett Tylor in seinem Buch 1871, "Primitive Culture". Die meisten Religionswissenschaftler schätzen heute den Begriff "Animismus" als sinnvoll ein zur Beschreibung spezifischen Glaubenssystems, weisen aber Tylors Animismustheorien zurück.

Nach Tylor ist Animismus die früheste von Menschen entwickelte Form der Religion. Die Menschen hätten ihre frühesten Gesellschaftssysteme auf den Animismus gebaut, um zu erklären, warum die Dinge geschehen. Als Tylor dieses veröffentlichte, galt diese Theorie politisch radikal, weil sie beanspruchte, dass nicht-westliche Völker (nämlich nicht christliche Heiden) tatsächlich Religion haben. Jedoch seit dem Erscheinen der Primitive Culture, sind die Theorien Tylors von drei Seiten kritisiert worden.

  • Zu dem einen fragte man, ob der Glaube der verschiedenen Völkerstämme, die in den unterschiedlichen Teilen der Welt leben, tatsächlich auf den Nenner einer gemeinsamen Religion zusammengebracht werden könne.
  • Zweitens wurde gefragt, ob die grundlegende Funktion der Religion wirklich die "Erklärung" des Universums ist (Kritiker wie Marrett und Emile Durkheim wandten ein, religiöser Glaube habe vornehmlich eine emotionale und soziale, anstatt einer intellektuellen Dimensionen).
  • Schließlich sahen viele Tylors Theorien als ethnozentrisch an

Neuheiden beschreiben häufig ihr Glaubenssystem als animistisch. Ein Beispiel davon ist der Gedanke, eine Göttin oder ein Gott bestünden aus allem, was existiert.

siehe auch: Magie, Totemismus, Fetischismus, Paganismus

Buch-Tipp: Die Stellung des Tieres in prähistorischen und neueren Jägerkulturen in Europa, Asien, Australien und Amerika Das Buch "Die Stellung des Tieres in prähistorischen und neueren Jägerkulturen in Europa, Asien, Australien und Amerika" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch.

Literatur

Sigmund Freud, Totem und Tabu, Gesammelte Werke Bd. IX, Frankfurt am Main 1999


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